Die Karibik ist voller Kontraste. Mit der Willy Scharnow-Stiftung lernte Reiseverkäuferin Maria Oellers vom Reisebüro Daniel Plum Lufthansa City Center in Kaarst zwei sehr unterschiedliche Inseln kennen. Es ging nach Kuba und Jamaika – Oldtimer-Tour und Kreuzfahrt inklusive. Hier ist ihr Bericht!

„Auf Einladung der Willy Scharnow Stiftung, gesponsort durch Condor, Tropicana Touristik, Plantours Kreuzfahrten, Jamaica Tourist Board und Hilton Rose Hall Hotel & Spa, durften wir zehn Expis eine perfekt zusammengestellte Informationsreise erleben: Eine Kombination von Kuba und Jamaika mit einer Minikreuzfahrt auf der Hamburg. Der Reiz bei dieser Reise sind die Gegensätze zwischen Kuba als kommunistisches Land und dem „freien“ Jamaika, amerikanisch konsumorientiert.

Die Reise ging ab Frankfurt nach Havanna, weiter mit der Hamburg über Maria La Gorda, der Insel Cayo Largo und Cienfuegos (mit Trinidad) nach Montego Bay. Auf Jamaika verbrachten wir drei Nächte im Hilton Rose Hall und lernten durch Ausflüge einen kleinen Teil Jamaikas kennen. Ich war weder auf Kuba noch auf Jamaika (2002) zum ersten Mal und ganz besonders gespannt darauf, was sich auf den Inseln geändert haben könnte.

Kuba

Für mich bleibt Kuba liebenswert und beeindruckend. Es ist immer wieder schön durch die Altstadt von Havanna spazieren zu gehen und die Kolonialbauten und vor allem die – bedeutend weniger gewordenen – Oldtimer-Autos überall auf der Insel zu sehen. Auffällig waren aktuell die (vielen) Baustellen in Havanna. Es wird viel restauriert. Kuba feiert in diesem Jahr das 500-jährige.

Leider ist Kuba im Wandel und gerät zunehmend aus dem Gleichgewicht, unter anderem durch den immer größer werdenden Unterschied zwischen reich (die im Tourismus arbeiten) und arm. Seit 2013 ist es sogar erlaubt ein Gewerbe anzumelden. So ändert sich auch das Stadt- und Straßenbild: Es gibt jetzt Markstände und Geschäfte mit Handarbeiten und sogar Pizzabäcker.

Handeln ist neuerdings möglich, jedoch nicht in den staatlichen Geschäften. Überrascht war ich über ein „First Kit“ (Shampoo, Duschgel) im Hotel, sowie das – vor allem für kubanische Verhältnisse – hervorragende Frühstücksbüfett im so bekannten Hotel Presidente in Havanna, in dem wir die erste Nacht verbringen durften.

Unsere Reiseleiterin Marvi, die mit uns einen Rundgang durch Havanna durchführte war top und hat viel Interessantes erzählt. Das ist an sich ungewöhnlich, da die Kubaner weder über Politik, noch Religion oder private Einstellungen sprechen.

Ein absolutes Highlight war die von ihr spontan organisierte Fahrt mit Oldtimer, die über eine Stunde ging und uns Allen mächtig Spaß bereitet hat.

Danach ging es aber auch schon zügig auf die Hamburg zum Einchecken.

Kreuzfahrtschiff Hamburg

Die Hamburg ist ein ‚kleines‘ familiäres Schiff mit bis zu 400 Passagieren und kann dadurch auch kleinere Häfen anlaufen beziehungsweise zentral anlegen, so dass man häufig – wie erfreulicherweise auch in Havanna – vom Schiff aus fußläufig in die Altstadt kommt. Die freundliche Crew kommt aus dem russischsprachigen Raum oder Asien, aber die Bordsprache ist deutsch, und das klappt recht gut.

Die Gäste des Schiffes sind eher die „klassische“ ältere Generation. Entsprechend ruhig geht es auf dem Schiff zu, auch, was die Abendunterhaltung angeht; zumindest während wir an Bord waren. Hier würde ein bisschen Pepp bestimmt nicht schaden. Allerdings: Als wir auf Jamaika auscheckten, stieg eine Reggae-Band zu, die wird dann für Wirbel gesorgt haben …

Verpflegung: Vollpension an Bord, wahlweise im Á-la-carte-Restaurant mit festem Sitzplatz oder im Büfettrestaurant (abends dort jedoch weniger Auswahl als mittags); zusätzlich Kaffee- und Teestation, Sekt zum Frühstück und Getränke nach Rückkehr vom Ausflug. Empfohlenes Trinkgeld 7 Euro pro Person und Tag. Das Essen insgesamt ist wirklich sehr gut, die Getränkepreise sind normal (eine Flasche Mineralwasser 1,70 Euro), das Bordleben ist leger.

Unsere Kabine hatte ein großes Bullaugen-Fenster, was dann schon ein bisschen Kreuzfahrtflair vermittelt.

Mit der Hamburg haben wir den ersteb Stopp in Maria La Gorda gehabt. Einige sind Schnorcheln gegangen, aber man konnte dort auch wunderbar am schönen Strand abhängen.

Der zweite Stopp war nicht weniger angenehm auf der Insel Cayo Largo del Sur: Hier gibt es den weißesten Sandstrand, den ich je gesehen habe. Alle haben den Tag am Strand genossen und einige die Mojitos in der Strandbar getestet.

Der dritte Stopp war in Cienfuegos. Hier hatte Plantours Kreuzfahrten uns zu einer Tagestour eingeladen mit kurzer Stadtrundfahrt in Cienfuegos, Fahrt nach Trinidad mit Mittagessen und Rückkehr nach Cienfuegos mit anschließendem Bummel durch die Straßen Cienfuegos.

Mein Highlight der Reise war der weiße Pulverstrand von Cayo Largo und die immer noch wunderschöne Altstadt von Trinidad mit dem typischen Straßenpflaster und Gittern vor Fenstern und Türen. Nicht mehr alle Häuser sind bewohnt.

Jamaika

Die drei Nächte auf Jamaika verbrachten wir im Hotel Hilton Rose Hall bei Montego Bay. Es ist familienfreundlich und besonders frequentiert von US-Amerikanern. Der All-Inclusive-Service (inklusive W-LAN) ist sehr gut, ein Strand vorhanden, das Meer nicht so schön. Als Zwischenstopp für zwei bis drei Nächte, um die Nordküste kennenzulernen, ist das Hotel gut geeignet.

Gleich am ersten Abend besichtigten wir das berühmte Museum des Rose Hall Great House, in dem die White Witch gewohnt haben soll (was eine Legende ist). Wir haben eine Führung erlebt, sehr lebendig und spukig und absolut zu empfehlen.

Unser Tagesausflug am ersten Tag führte uns in vier Stunden über eine lange Baustelle zur Südküste zum Black River, den ich nicht so interessant fand. Anschließend fuhren wir zur Appleton Estate Rum Destillerie mit Lunch, Führung und Rumverkostung. Danach haben Alle auf der (drei Stunden) dauernden Rückfahrt im Bus geschlafen…

Der zweite Tagesausflug führte uns zügig, da Küstenstraße, die Nordküste entlang Richtung Osten nach Ochos Rios zu den Dunns’s River Falls und anschließend zum Mystic Mountain mit Fahrt im Sessellift und Bobbahn.

Unsere Reiseleiterin Afiya Henry vom Jamaica Tourist Board ist symphatisch und sehr freundlich. Die Organisation und Auswahl der möglichen Attraktionen insgesamt war sehr gut. Eine richtig nette Idee waren die typisch jamaikanischen Snacks zwischendurch.

Interessant war der Ausflug zur Südküste, da wir hier während der Fahrt typisch jamaikanische Dörfer und die schöne Landschaft sehen konnten.

Mein Fazit für Jamaika ist, dass die Nordküste wohl eher den US-Amerikanischen Touristen vorbehalten ist, die ihren komprimierten Urlaub füllen wollen mit Attraktionen wie Abenteuerpark, Ziplining, Bobfahrt etc, während der Süden wie Negril (haben wir nicht gesehen) dann eher für uns Europäer geeignet ist, weil ruhiger und auch landschaftlich noch reizvoller.

Erstaunt war ich, dass Geldwechsel weder in den Banken noch im Hotel möglich war, sondern nur im Supermarkt!

Und hier noch ein kleiner Jamaika-Sprachkurs:

  • das „-er“ im englischen wird verkürzt auf „-a“ und
  • das „th“ und „t“ wird zu „d“ – z.B mother = mada und father = fada und water = wada
  • es heißt nicht etwa „I feel good“, sondern „me good“
  • „Whats going on“ = „whagoin“

Interessant sind auch die Straßenschilder, da auf den Straßen oft „sehr wild“ gefahren wird beziehungsweise wurde: „Kill Your Speed or The speed kills you“, „Beware Crash Hot Spot“ (Telefonieren während des Autofahrens) und „Stay alive! Don’t drink alcohol and drive“.

Vielen Dank an die Sponsoren der Reise, dass ich daran teilnehmen durfte!“