Es gibt Reiseziele, die leider immer nur auf eine Besonderheit reduziert werden. Auch auf GALICIEN trifft dies wohl zu: Der Jakobsweg (oder besser: die vielen verschiedenen Jakobswege) stehen als Synonym für Galicien. Und das dem so ist und dass sich daran was ändern muss / soll – dafür traten 12 Teilnehmer*innen vom 28.-31.05.2026 mit der Willy Scharnow-Stiftung die Reise nach Santiago de Compostela an.
Herzlich empfangen von der örtlichen Reiseleitung ging es dann auch noch am selben Abend in die „grüne Lunge“ Santiagos – dem Park Alameda mit tollem Blick auf die gegenüberliegende Stadt und von dort aus dann weiter in die Altstadt mit ihrer weltberühmten Kathedrale, in der die Gebeine des heiligen Apostel Jakobs liegen sollen. Wohl kaum eine andere Stadt auf der Welt ist aufgrund der vielen Pilger gastronomisch so breit aufgestellt wie Santiago. Hier ist für alle Geschmäcker / Geldbeutel das passende dabei!
Und damit die Schmeckerwöhlerchen (wie in meiner Heimat Nordhessen sagt) nicht allzu sehr auf die Waage schlagen, dafür sorgte am 2. Tag dann eine knapp 10 km lange Schnupper-Wanderung von Negreira nach A Ponte Maceira auf dem Jakobsweg – das durfte natürlich nicht fehlen! Vorbei ging es an optisch interessanten Kornspeichern, die fast jeden Garten zieren und freundlichen Menschen, die einem ein herzliches „bon camino“ zuriefen. Doch damit genug der Bewegung – GALICIEN muss man einfach ´schmecken´, um es zu verstehen! Wo könnte man dies besser tun als in der großen Markthalle? Fisch, Schalen- und Krustentiere, Fleisch, Käse und Wein: Hier gibt es alles, was das Herz begehrt und frischer geht´s kaum! Auf Wunsch wird auch alles gleich frisch gekocht und zubereitet. Ein Glas guten galicischen Weißwein dazu – und man hat die perfekte Auszeit vom Alltag – wie es so viele Einheimisch dort praktizieren. Anschließend ging es zu Fuß zur wichtigsten Sehenswürdigkeit der Stadt: Der Kathedrale! Schon auf dem Vorplatz zwischen Rathaus und Kathedrale kann man viele ankommende Pilger bestaunen, die fröhlich ihre Ankunft in Santiago zelebrieren. Welch ein schöner Anblick und welch eine schöne + friedliche Atmosphäre dort – musikalisch untermauert von Dudelsack-Klängen, denn dieses Instrument ist typisch für Galicien – wer hätte dies gedacht? Ein großes Glück widerfuhr uns, dass wir die Dachterrassen der Kathedrale besuchen durften. Ein wirklich einmaliges Erlebnis – ein fantastischer Blick auf die umliegende Altstadt war von dort oben garantiert – und das bei schönstem Sonnenschein! Für viele Teilnehmer*innen ´das´ Highlight dieser Reise!
An Tag 3. zeigte der Kompass Richtung Süden: Das Ziel war zunächst Cambados – der Hauptstadt des Albarino-Weinanbaus. Doch nicht nur für Wein steht diese Gegend, sondern auch für Meeresfrüchte. Per Katamaran ging es zu den Muschel- und Austernbänken vor der Bucht – natürlich inklusive Verkostung an Bord. Anschließend stand eine professionelle Weinverkostung in der Bodega D.O. Rias Baixas an. Der leckere Weißwein überzeugte und nicht wenige kauften noch ein paar Souvenirs für zu Hause. Ob für Familie, Freunde, Bekannte – oder sich selbst? Das wird das Geheimnis dieser Reise bleiben… Danach war dann wieder ein bißchen Bewegung angesagt – es ging nach Pontevedra – liebevoll auch „Boa Vila“ genannt – aufgrund ihrer schönen Altstadt, gelungener Architektur und den schönen und belebten Plätzen. Und nach so vielen Gebäuden und Städten war es natürlich auch mal Zeit für das MEER! Galicien – das sind 1.600 km Atlantikküste. Einen der schönsten und breitesten Strände der Rias Baixas bietet der Küstenort Sanxenxo. Und natürlich durfte auch ein Bad im Atlantik nicht fehlen, wenn auch nur wenige Teilnehmer verständlicher-weise bei 14-15 Grad Wassertemperatur davon Gebrauch machten… Ein Spaziergang entlang der Promenade und der kulinarische Abschluss in einem typischen Fischrestaurant rundeten diesen gelungenen Tag ab.
An Tag 4. lag bereits morgens ein wenig der Abschied von Galicien in der Luft. Vorher ging es jedoch wieder zurück in den Norden – in die quirlige Hafenstadt La Coruna. Als Erstes stand der berühmte Hercules-Leuchtturm (der einzige Leuchtturm aus der Römerzeit, der noch in Betrieb ist) auf dem Programm. Optisch fühlt man sich rund um den Leuchtturm mit seinem Atlantik in eine andere Welt versetzt: Die Landschaft mutet wohl eher an Irland an als an Nordspanien. Anschließend Stadtführung in La Coruna – eine tolle Stadt, die man eigentlich länger beehren muss – leider viel zu kurz für einen Zwischenstopp… Aber wie heißt es umgangssprachlich: Das BESTE kommt stets zum Schluss! Ja, das kann man sicherlich auch auf La Coruna beziehen! Hasta la vista. Danach hieß es leider Adios sagen von Galicien.
Im Gepäck blieben Erinnerungen an eine schöne Region in Spanien (die ´mehr´ zu bieten hat als nur den Jakobsweg), an eine kompetente Reiseleitung und eine harmonische Reisegruppe! Meine persönlichen Highlights waren die Dachterrasse der Kathedrale und die Stadt La Coruna! Ich bin mir sicher, dass ich meinen Kunden eine Mietwagen-Rundreise durch das Grüne Spanien (von Pamplona nach Santiago) empfehlen und auch selbst unternehmen werde. Mit Navarra, Asturien und nun auch Galicien habe ich bereits den Grundstock für dieses Puzzle gelegt – ich bin freudig gespannt!
Dennis Krausgrill
Reiseagentur Krausgrill & Mein Wandertourer, Immenhausen