Drei Tage können manchmal reichen, um ein Land komplett neu kennenzulernen. Genau so ging es uns in Luxemburg. Was zunächst wie eine klassische Studienreise begann, entwickelte sich schnell zu einer Reise voller Überraschungen – von historischen Gassen über moderne Architektur bis hin zu einer Offenheit und Internationalität, mit der wir überhaupt nicht gerechnet hatten. Ehrlich gesagt sind wir ohne allzu große Erwartungen nach Luxemburg gereist. Natürlich wussten wir, welche Bedeutung das Großherzogtum für Europa hat, aber wie vielseitig und spannend das Land tatsächlich ist, hat uns wirklich überrascht.
Nach einer kurzen Einführung durch Patrick von Luxembourg for Tourism begleitete uns unser Guide Hubert durch den ersten Tag. Seit über 30 Jahren führt er Besucher durch Luxemburg und kennt sein Land bis ins kleinste Detail. Mit seinen Geschichten und seinem Wissen schaffte er es, uns Luxemburg nicht nur zu zeigen, sondern uns das Land und seine Besonderheiten wirklich näherzubringen. Besonders beeindruckt hat uns die historische Altstadt. Zwischen den engen Gassen und den imposanten Festungsanlagen spürt man sofort, wie viel Geschichte in dieser Stadt steckt. Ein echtes Highlight war für uns das Luxembourg City Museum – vor allem der riesige Panorama-Aufzug, der fast die Größe eines Wohnzimmers hat und bereits während der Fahrt spannende Einblicke in das Museum bietet.
Natürlich durfte auch die luxemburgische Küche nicht fehlen. Beim gemeinsamen Mittagessen probierten wir mit „Kniddelen“ eines der bekanntesten Gerichte des Landes. Dabei handelt es sich um kleine Teigklöße, die in unserem Fall mit hausgemachten Würsten und einer würzigen Senfsoße serviert wurden. Anschließend zeigte sich Luxemburg von einer völlig anderen Seite. Auf dem Kirchberg-Plateau treffen moderne Architektur, europäische Institutionen und beeindruckende Gebäude wie das MUDAM oder die Philharmonie aufeinander. Gerade dieser Kontrast zwischen historischer Altstadt und moderner Architektur macht für uns den besonderen Charme der Stadt aus.
Am zweiten Tag verschlug es uns nach Belval – und dieser Ort hat uns besonders beeindruckt. Aus einem ehemaligen Industriegebiet ist hier ein moderner Campus der Universität Luxemburg entstanden. Als wir mehr über die Vision hinter diesem Projekt und die enormen Investitionen erfuhren, waren wir wirklich fasziniert. Der Campus wirkt offen, modern und inspirierend. Gleichzeitig sind die Spuren der industriellen Vergangenheit noch überall sichtbar und wurden bewusst in das neue Stadtbild integriert. Ehrlich gesagt waren wir uns ziemlich schnell einig: Hier könnte man sich sofort vorstellen, noch einmal zu studieren oder direkt einen Master dranzuhängen. Auch die anschließende E-Mountainbike-Tour zeigte uns noch einmal eine ganz andere Seite Luxemburgs. Zwischen ehemaligen Industrieanlagen, roten Sandsteinfelsen und grünen Naturschutzgebieten wurde uns bewusst, wie abwechslungsreich dieses kleine Land eigentlich ist. Innerhalb kürzester Zeit wechselte die Landschaft immer wieder – und genau diese Vielfalt hatten wir so nicht erwartet.
Was uns während der gesamten Reise jedoch am meisten beeindruckt hat, war die multikulturelle Atmosphäre. Damit hatten wir tatsächlich überhaupt nicht gerechnet. Egal, mit wem wir gesprochen haben – fast jeder beherrschte mindestens drei Sprachen, viele sogar vier oder mehr. Luxemburgisch, Deutsch, Französisch und Englisch gehören hier ganz selbstverständlich zum Alltag. Gleichzeitig hatten wir überall das Gefühl, in einem sehr sicheren, offenen und respektvollen Land unterwegs zu sein. Unterschiedliche Kulturen und Nationalitäten gehören hier ganz selbstverständlich zusammen – und genau das macht Luxemburg für uns so besonders.
Am letzten Tag führte uns unsere Reise in die wunderschöne Region Éislek. Bei einer gemeinsamen Wanderung mit beeindruckenden Ausblicken wurde es zwischendurch sogar noch ein wenig „gefährlich“ – zumindest theoretisch. Einige von uns kamen nämlich völlig unwissend mit einem Fingerhut in Berührung und erfuhren erst danach, dass die hübsche Pflanze durchaus giftig ist. Glücklicherweise blieb es bei einer harmlosen Begegnung und einer neuen Lektion in Sachen Pflanzenkunde. Unser Wanderführer machte seine Sache übrigens hervorragend und führte uns sicher durch die wunderschöne Landschaft. Trotzdem musste er später auf der Burg Bourscheid für die Strapazen der Wanderung „büßen“: Am historischen Pranger wurde er von uns natürlich nur symbolisch, verkloppt. Ein kleiner Spaß, den zum Glück alle Beteiligten unbeschadet überstanden haben. Die Burg Bourscheid selbst thront eindrucksvoll hoch über dem Sauertal und bietet einen wunderschönen Blick über die umliegende Landschaft. Nach der Besichtigung ging es für uns weiter in das idyllisch gelegene Wellness- und Familiensporthotel Leweck Resort. Nach einer Hotelbesichtigung ließen wir die vergangenen Tage bei einem gemeinsamen Mittagessen und einer Feedback-Runde noch einmal Revue passieren. Dabei wurde uns bewusst, wie viele unterschiedliche Eindrücke wir in nur drei Tagen gesammelt hatten.
Mit vielen neuen Erinnerungen und einem völlig neuen Blick auf Luxemburg wurden wir schließlich zum Flughafen gebracht und traten die Heimreise an. Unser Fazit: Luxemburg hat uns auf ganzer Linie überrascht. Das Land verbindet Geschichte und Moderne auf beeindruckende Weise, bietet wunderschöne Natur und gleichzeitig eine außergewöhnlich internationale Atmosphäre. Vor allem nehmen wir das Gefühl mit, ein Reiseziel kennengelernt zu haben, das oft unterschätzt wird – dabei hat es unglaublich viel zu bieten. Historische Städte, moderne Architektur, spannende Projekte, abwechslungsreiche Natur und eine multikulturelle Gesellschaft liegen hier erstaunlich nah beieinander. Genau diese Mischung macht Luxemburg für uns zu einem perfekten Ziel für einen abwechslungsreichen Kurztrip – und zu einem Land, das definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient.
Sophia Höckel
Sophias Sonnenwelten, Spiegelberg